Die Anforderungen an Baustoffe sind enorm gestiegen. Sie sollen für ein angenehmes Wohnklima sorgen, Energie sparen helfen, umweltverträglich, regional vorhanden, aus erneuerbaren Rohstoffen sein und am besten die Ewigkeit überdauern. Da heißt es in der Fülle von Materialangeboten den Durchblick bewahren und der Werbung nicht auf den Leim gehen.
Immer noch dominiert der Ziegel den heimischen Baustoffmarkt. Er verspricht massives Bauen, Sicherheit und Beständigkeit. Ziegelstein ist eine gute Speichermasse und nachträgliche Veränderungen können problemlos vorgenommen werden.
Im Gegensatz dazu ist Beton negativ besetzt. Die Assoziationen „Zubetonieren“ und „Betonbunker“ ignorieren jedoch die statischen Eigenschaften, die sehr schlanke Konstruktionen zulassen.
Holz hat ein durchwegs positives Image. Behaglichkeit, Natürlichkeit und heimisches Vorkommen sind dabei seine überzeugendsten Argumente. Holzbauteile können leicht vorgefertigt werden und sparen so Zeit und Geld. Allerdings kursiert die Meinung, Holz hätte eine kurze Lebensdauer. Aber ein herkömmlicher Verputz muss nach 10 bis 20 Jahren erneuert werden. Eine naturbelassene Holzverkleidung hält an die 100 Jahre. Holzkonstruktionen müssen sorgfältig geplant werden, damit keine Schäden auftreten.
Glas ist mit dem Vorurteil behaftet, schlechte Wärmedämm- und Sonnenschutzwerte aufzuweisen. Doch die mittlerweile technisch verbesserten Eigenschaften machen Glas, ebenso wie viele Kunststoffe, zu wahren High-tech-Baustoffen. Während Kunststoffe flexibel und formbar sind, steht Glas für Transparenz, Offenheit und stellt einen direkten Bezug zur Umwelt her.
Prinzipiell aber gilt: Den perfekten Baustoff gibt es nicht! In erster Linie entscheidet die jeweilige Bauaufgabe über die Wahl der Materialien. Auch persönliche Vorlieben können für die Auswahl eine Rolle spielen, ebenso wie die Umgebung des Bauwerkes. Dort vorhandene Gesteine und Hölzer können kreative Anreize bieten.